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Rock ’n‘ Popmuseum Gronau

Rock ’n‘ Popmuseum Gronau

Das rocknpopmuseum feiert seinen 5. Geburtstag – „Dieser Weg wird kein leichter sein. Dieser Weg wird steinig und schwer.“, sang 2005 Xavier Naidoo und fasst damit die Geschichte des rock’n’popmuseums, das am 21.07.09 seinen fünften Geburtstag beging, treffend zusammen. Das 5-jährige Bestehen ist Anlass, den vielen Kooperationspartnern, sowie Freunden und Skeptikern des Hauses die umfangreiche Story des rock’n’popmuseums in Umrissen zu präsentieren. Als am 21. Juli 2004 die ehemalige Turbinenhalle offiziell als rock’n’popmuseum die Tore öffnete, schlug nicht nur der Beat in der Ausstellung, sondern auch der Puls der Museumsmitarbeiter und der angereisten Gäste. Der damalige Ministerpräsident des Landes NRW Peer Steinbrück sowie Gronaus populärster Sohn und Mitinitiator des Museums Udo Lindenberg ließen es sich nicht nehmen, die Eröffnung des europaweit einzigartigen Ausstellungshauses mit persönlichen Worten zu feiern.

Als Institution öffentlichen Interesses steht es häufig im Mittelpunkt – mal durch Lob, mal durch Kritik, aber meist durch ausgeschmückte Berichte: über 100 Jahre Musikgeschichte, die das Museum in seiner Ausstellung darbietet und über ein weitreichendes Angebot, das das rock’n’popmuseum zu einem lebendigen Museum macht. Kontinuierliche Kooperationen mit Zeitungen, Radio- und Fernsehstationen der Region zeigen: das rock’n’popmuseum ist angekommen und gestaltet das kulturelle Bild der Stadt Gronau und seiner Umgebung mit. Intensive und regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Künstlerdorf Schöppingen und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zeugen von der gefestigten Position des Museums innerhalb der kulturschaffenden und wissenschaftlichen Einrichtungen des Münsterlandes. Überregionale Partner wie Universal Records, der WDR, das Land NRW und das Haus der Geschichte belegen, dass die Wirkung des Hauses weite Kreise zieht. Fünf Jahre des Bestehens lockten 180.000 Besucher ins rock’n’popmuseum, jährlich sind es mittlerweile gute 40.000 Museumsgäste. Bildlich gesprochen heißt das: pro Jahr kommt eine Besucherschar in das rock’n’popmuseum, die fast der Einwohnerzahl Gronaus entspricht. Und die Gäste kommen aus allen Regionen Deutschlands und selbst aus den benachbarten Niederlanden, wie die jüngst durchgeführten Besucheranalysen zeigen. Dank dieser positiven Entwicklung ist es dem rock’n’popmuseum gelungen, den anfänglichen Betriebskostenzuschuss von rund 1,3 Millionen Euro auf mittlerweile 870.000 Euro jährlich zu senken. 196 Lautsprecher, 20.000 Watt Gesamtleistung der 25 Mehrkanal-Verstärker und über 60 MP3-Player lassen die Dauerausstellung in bester Klangqualität erklingen. Vor allem aber das immer noch einzigartige Noisemaking-System, das einzelne Stationen akustisch voneinander abtrennt, ohne dass ein Klang-Chaos entsteht, verleiht dem rock’n’popmuseum den unangefochtenen hohen Rang in der Liste innovationsreicher Ausstellungskonzepte. Dies belegen die Preisverleihung des Sinus Awards 2005 und die Nominierung zum European Museum of the Year 2006. In Verbindung mit einem hohen Grad an wissenschaftlicher Aufarbeitung der Ausstellungsinhalte bleibt das rock’n’popmuseum sich selbst und seinem Auftrag als Kulturstätte treu. Die dauerhaft installierte, musikalische Zeitreise wächst mit jedem Jahr weiter an: Ein Ort, an dem sich Anhänger Marlene Dietrichs, ebenso wie Fans des Merseybeat aus Liverpool oder der elektronischen Musik der 1990er Jahre wieder finden. Räumlich bot die ehemalige van Delden Textilfabrik noch weit mehr Ausweitungsspielraum, den das rock’n’popmuseum im November 2007 nutzte und die Dauerausstellung mit einem Original der deutschen Musikgeschichte erweiterte. Seither schwingt der Spirit der legendären Kölner Experimental-Band  CAN durch das im Museum wiederaufgebaute Tonstudio der 1970er Jahre Band. Ein Studio, das neben den vielen Instrumenten ein hoch komplexes Mischpult beherbergt, das auch heute noch voll funktionsfähig ist. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Musikwissenschaft der Universität Münster wurde das CAN-Studio wieder in Betrieb genommen und wird weiterhin durch Seminare und Studioaufnahmen von Bands genutzt. Der jüngste Neuerwerb ist das Mannheimer Klanglabor, das im Juni dieses Jahres offiziell im rocknpopmuseum eine neue Heimat fand. Und es fügt sich in die Ausstellung, als sei es wie dafür gemacht. Interaktiv können die Besucher auch hier Musik erleben und sogar selbst kreieren, egal ob erfahrene Musiker oder neugierige Laien. 14 Sonderausstellungen haben sich seit der Eröffnung fast nahtlos aneinander gereiht und so das immerwährende Angebot um eine Vielfalt spezifischer Themenkomplexe der Popmusik ergänzt. Als Opener zeigte das rock’n’popmuseum Udo Lindenbergs „Likörelle“ und präsentierte damit Werke des gebürtigen Gronauers. Phänomene wie die Rockpalast-Reihe im deutschen Fernsehen, der 50. Geburtstag der berühmtesten Jugendzeitschrift BRAVO und Punk in der DDR – um nur eine Auswahl zu nennen – wurden in Sonderausstellungen bereits durch eine musikwissenschaftliche Brille betrachtet. Die im letzten Jahr gezeigte Ausstellung „On the Road – Unterwegssein, ein Mythos der Popkultur“ ließ besonders in Rocker-Kreisen der anderen Art das Interesse am rock’n’popmuseum wachsen. Eine Verlängerung der Ausstellungslaufzeit wegen der positiven Resonanz und hohen Besucherzahlen zeugt von ihrem großen Erfolg. 156 Pressemeldungen an einem Tag verzeichnete die aktuelle Ausstellung „The Sun Ain’t Gonna Shine Anymore – Tod und Sterben in der Rockmusik“ und ist damit die von Journalisten am meisten berücksichtigte Sonderausstellung des rock’n’popmuseums. Auch sie wurde verlängert und läuft noch bis zum 16. August 2009. Viele Veranstaltungen wurden bereits im rock’n’popmuseum präsentiert, deren Spektrum von Lesungen über Workshops bis hin zu Konzerten reicht. So wurden bereits über 50 Konzerte auf der großen Bühne des Museums veranstaltet. Unter anderem zeigte das rock’n’popmuseum Helen Schneider, Fritz Rau, Kim Wilde, Scorpions, Killerpilze, Mother’s Finest, Fantastischen Vier, Ten Years After und natürlich Udo Lindenberg.  Konzert-Formate wie das im August zum 5. Mal stattfindende „Auf die Ohren“ Festival und die ab September startende dritte Runde der „Club-Konzerte“ haben sich über die Jahre bereits zu Publikumsmagneten entwickelt und genießen die Gunst einer wahren Anhängerschaft, besonders unter der Gronauer Bevölkerung. Inspiriert durch Musik und deren Idole und verbunden mit einem hohen wissenschaftlichen Anspruch bietet das rock’n’popmuseum stets ein interessantes Rahmenprogramm zu den verschiedenen Sonderausstellungen. Vorträge, Workshops zu Themen der Musikvermittlung und –technik lassen das rock’n’popmuseum zu einem besonderen Lernort werden.  Als lebendiges Museum, das über die Museumsmauern hinaus das kulturelle Leben der Region prägt, hat das rock’n’popmuseum im Verlauf der Jahre mit viel Kreativität und Ideenreichtum eine ganze Reihe besonderer Angebote ins Leben gerufen. Bereits zu Beginn wurde Lehrermaterial für die verschiedenen Jahrgangsstufen zusammengestellt, um der museumspädagogischen Aufgabe gerecht zu werden. Schüler wie Lehrer nehmen gerne einen Besuch im rock’n’popmuseum in den Stundenplan auf, Zahlen steigend. Für die kleinen Einzelbesucher bietet das rock’n’popmuseum in Zusammenarbeit mit der Musikschule Gronau das museumspädagogische Programm rocknpopkids, das in regelmäßigen Abständen Kindern zwischen 4 und 10 Jahren die Klangwelt der Musik nahebringt. Sommeraktionen des Musikpädagogen Bradke versüßen in diesem Jahr schon zum 4. Mal vielen Kindern die Ferien mit originellen Aktionen und interaktivem Charakter. Durch die Nähe zu den Niederlanden stellt die Zusammenarbeit mit musikalischen Einrichtungen auf der anderen Seite der Grenze einen bedeutenden Faktor der Projektentwicklung dar. Das bereits zum dritten Mal stattfindende deutsch-niederländische Musiccamp RockSkillz ist ein Beispiel des erfolgreichen Austauschs der Länder, nicht nur zwischen den Initiatoren, sondern vor allem zwischen den Teilnehmern. Förderungen von der Euregio und aus Landesmitteln würdigen die Originalität und Bedeutung dieses grenzüberschreitenden Projektes, das in Kooperation mit dem Poppodium Metropool Hengelo organisiert wird. Nach so viel bereits erreichten Zielen und realisierten Vorhaben entstehen stets neue Ideen und Planungen. Unter dem Titel „Techno – Ein Blick zurück in die Zukunft“ beleuchtet das rocknpopmuseum ab September 2009 die Mutter aller Techno-Paraden, die einer Jugendbewegung der späten 1980er Jahre entsprang und deutschlandweit jedes Jahr wieder für Schlagzeilen sorgt. Im nächsten Jahr widmet sich das Museum dem Thema der medialen Veränderung in der Musikszene und betrachtet die Entwicklung des Musikvideos und die daraus veränderte Bedeutung der szenischen Darstellung von Musik. Diese und zukünftige Projekte lassen das Museum weiter anwachsen zu dem Dokumentationszentrum der Popularmusik. Auch strukturell steht dem rock’n’popmuseum eine weitere Veränderung bevor: So wird der Ausstellungsraum im 1. Obergeschoss im Herbst diesen Jahres zu einem Tagungs- und Seminarraum umfunktioniert. Damit werden Sonderausstellungen zukünftig in der großen Halle des Museums präsentiert. „Hinterm Horizont geht’s weiter“ pflegte Gronaus Panik-Musiker Udo Lindenberg zu singen. Mit dieser Einstellung streckt das rock’n’popmuseum auch nach fünf Jahren die Nase weiter in den Wind und freut sich auf die nächsten fünf Jahre.


Besucher-Adresse des Museum:

Rock’n’Popmuseum
Udo-Lindenberg-Platz 1
48599 Gronau
Telefon:02562/8148-0
FAX:02562/8148-20
E-Mail:info@rock-popmuseum.de

Geöffnet ist das Museum von Mittwoch bis Sonntag, jeweils von 10:00 bis 18:00 Uhr.

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