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Zu Gast im Tinto Fino

Das Bilderbuch Münsterland hat seit heute eine neue Kolumne mit dem Namen Homestory. In dieser Rubrik möchte ich in Zukunft interessante Leute, Firmen und Projekte aus der Region vorstellen. Es wird spannende Geschichten, Interviews und Fotoreportagen geben.

Den Anfang macht das Restaurant Tinto Fino in Rhede, das in diesem Jahr das 10 jährige  Jubiläum feiert. Ich habe daher die Inhaberin Antje Dombrowe gebeten, ein bisschen über die Geschichte, die Idee und die Philosophie des Restaurants zu erzählen. Prompt folgte auch schon eine Einladung: Am Sonntagabend, den 21.November lud das Tinto Fino zur La Noche – Del Picador. Für die musikalische Untermalung mit brasilianischen Klängen & Rhythmen sorgte das Duo Bossinho mit dem Jazzgitarristen Christian Hassenstein. In gemütlicher Atmosphäre hatte ich so also die Gelegenheit, Antje Dombrowe und ihr Team sowie die Speisekarte mit all den köstlichen Tapas-Variationen näher kennen zulernen und überdies hinaus auch noch ein paar Fotos zu schießen. Im Folgenden stellt Antje ihr Restaurant Tinto Fino vor:

„Es war einmal … eigentlich erst mal nur eine vage Idee, eine kleine gemütliche Weinhandlung zu eröffnen und dort, auf dem Wege über Weinverkostungen, Weine zu verkaufen. Seinen Anfang hat das ganze genommen an der Burloer Str. 5 in Rhede in Mini-Winzig-Räumlichkeiten. Die Idee dazu hatte ich eigentlich schon länger im Hinterkopf und aufgrund persönlicher Umstände schien die Zeit reif, das ganze Vorhaben einfach mal in die Tat umzusetzten. Im Grunde ist das ganze wie so oft aus einer Verkettung von Zufällen entstanden. Verschiedene Faktoren kamen zusammen. Einerseits habe ich schon von jeher gerne gekocht, als kleines Mädchen schon immer „Restaurant“ gespielt und vor allem auch gerne lecker gegessen. Die Vorliebe für die spanische Lebensart ist dann auf vielen Reisen durch Spanien geweckt worden. Mein Mann und ich hatten immer viel Vergnügen dabei, in allen möglichen kleinen und großen Städten durch die  Tapa-Bars zu ziehen und uns durchzufuttern und dabei auch regionale Weine zu probieren. Dass aus der kleinen Weinhandlung dann ein Tapas-Restaurant geworden ist, lag nicht zuletzt an den Gästen, die zwar gerne an den Weinverkostungen teilgenommen haben, letztendlich aber den Abend unter Freunden mit „lecker Häppchen“ so nett fanden, dass sie gerne wiederkommen wollten. Deutlich wurde dabei der Wunsch geäußert, nicht mehr so viele Worte über den Wein zu verlieren, sondern das Produkt für sich selbst sprechen zu lassen und dabei Tapas variadas zu naschen. So ist Tinto Fino in seiner jetzigen Form entstanden.

Tapas-Essen ist eine langwierige, hingegen nicht langweilige Angelegenheit, man braucht da schon ein bisschen Muße dazu, daher haben wir die Öffnungszeiten auf das Wochenende verlegt, wenn die Gäste einfach Zeit haben. Beliebt ist, sich einmal durch die Karte zu futtern und möglichst viele verschiedene Gerichte zu probieren. Fisch, Fleisch, Gemüse, kalt, warm, rustikal, scharf, bunt, exotisch, süß, sauer, pikant, cremig, zart… die Möglichkeiten sind vielfältig und das schöne am Tapas-Essen ist, dass man das alles an einem Abend haben kann, die Portionen sind übersichtlich und variabel, die Geschmäcker und Geschmackserlebnisse vielfältig. Das Tinto Fino zeichnet sich durch Unkompliziertheit, Rustikalität, Freundlichkeit, einfache (Gerichte mit mehr als 5 Zutaten waren mir schon immer suspekt) aus, schmackhafte Küche, frisch auf den Tisch. Die Weine dazu stammen z. T. aus den eher unbekannte Regionen Spaniens, aus Bodegas, die etwas Besonderes machen, sei es dass sie ungewöhnliche Rebsorten verarbeiten oder eigenwillige Ausbaumethoden anwenden. Ich finde immer wichtig, dass die Weine ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis haben, damit sich auch der Nicht-Wein-Fachmann/Frau unbeschwert dem Genuss hingeben, ein gutes Tröpfchen trinken kann und sich nicht nachher über die Rechung ärgern muß.

Pläne für die Zukunft gibt es immer, lästig ist dabei natürlich, daß die Ressourcen und vor allem die Penunzen nicht unbegrenzt sind. Viele Gäste äußern ja auch Wünsche: Könnt ihr das nicht auch in Bocholt, Borken, Rees…usw. machen? Aber ich befürchte, das muss dann wohl jemand anderes machen, ich glaube, man kann diese Art Restaurant nicht einfach so vervielfältigen. Daher sind die Pläne eher dahingehend, unsere Möglichkeiten hier vor Ort ein bisschen auszubauen. So haben wir zum Beispiel im letzten Sommer On-Tour im blues-Biergarten, gekocht, gegrillt, gebraten. In den eigenen Räumlichkeiten veranstalten wir seit dem letzen Jahr in unregelmäßigen Abständen „La Noche del Picador- Spießerabende“ , so genannt, weil alles Essbare auf kleinen Pinchitos (Spießchen) als Fingerfood gereicht wird und die Gäste so die Möglichkeiten haben, ganz viele verschiedene Dinge zu probieren. Dazu gibt es dann ein schönes Unterhaltungsprogramm (Erzählkunst, Comedy, musikalische Begleitung). Die nächste Veranstaltung dieser Art findet am 21.11.2010 mit dem „Duo Bossinho“ statt. [Anm.: an diesem Abend entstanden auch die Fotos zu dieser Homestory] Ansonsten halten wir die Augen, Ohren und Nasen offen und versuchen Ideen, die Gäste an uns herantragen und Anregungen, die wir selber anderswo erfahren für Tinto Fino zu klauen…äh, zu verarbeiten.

Also ich kann bisher nur sagen: No, je ne regretten rien! Ich glaube, es gibt wenig Berufe, bei denen man so direkt ein Feedback auf seine Arbeit erhält wie in der Gastronomie und das macht momentan auf jeden Fall -neben aller Anstrengung- auch viel Spaß und ist sehr befriedigend.“

Danke Antje, für die nette Geschichte! Für die Zukunft wünsche ich Dir und Deinem Team alles Gute und viele weitere Ideen für köstliche Tapas-Gerichte!  Wer jetzt neugierig geworden ist und Appetit auf Tapas à la Tinto Fino bekommen hat der findet auf der Webseite weitere Infos. 

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